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Bauzinsen: Die Bundesbank-Statistik richtig lesen

Die Bundesbank meldet monatlich den Durchschnittszins neuer Wohnungsbaukredite: 3,81 % im August 2026 bei 5 bis 10 Jahren Zinsbindung. Was die Reihe zählt.

Kurz gesagt

Die Deutsche Bundesbank veröffentlicht Monat für Monat den durchschnittlichen Effektivzins, den deutsche Banken für neu vereinbarte Wohnungsbaukredite an private Haushalte verlangt haben. Für Kredite mit einer anfänglichen Zinsbindung von über 5 bis 10 Jahren lag der Wert im August 2026 bei 3,81 % pro Jahr (Reihe SUD118). Über alle Zinsbindungsklassen zusammen waren es 4,01 %. Die Statistik beschreibt, was in einem Monat im gesamten Bankensektor abgeschlossen wurde. Sie sagt nicht voraus, welchen Zins Ihnen ein bestimmter Kreditgeber anbietet.

Die Reihen in einer Tabelle

Die Bundesbank gliedert neue Wohnungsbaukredite nach der Länge der anfänglichen Zinsbindung. Die fünf Reihen unten stammen aus demselben Datensatz (BBIM1), in Prozent pro Jahr, für August 2026:

Anfängliche ZinsbindungReiheAug. 2026
Variabel oder bis 1 JahrSUD1164,40 %
Über 1 bis 5 JahreSUD1174,03 %
Über 5 bis 10 JahreSUD1183,81 %
Über 10 JahreSUD1194,04 %
Alle KlassenSUD131Z4,01 %

Payotte verwendet die Klasse von 5 bis 10 Jahren als Leitwert. Sie ist im jüngsten Monat zugleich die niedrigste der vier Klassen.

Wie sich der Wert entwickelt hat

Die Reihe SUD118 beginnt im Januar 2003 bei 5,39 %. Ihr niedrigster Wert ist 1,02 % im Dezember 2020. Von dort stieg sie stark: 1,16 % im Dezember 2021, 2,46 % im Juni 2022, 3,41 % im Dezember 2022. Seit 2022 ist der November 2023 mit 3,92 % der höchste Monat. Danach sank sie auf 3,32 % im Dezember 2024, stieg auf 3,56 % im August 2025 und stand im August 2026 bei 3,81 %. In den zwölf Monaten bis August 2026 stieg sie um 0,25 Prozentpunkte, von 3,56 % auf 3,81 %; der Mai 2025 (3,51 %) war der niedrigste Monat der letzten sechzehn.

Die Veränderungen von Monat zu Monat sind meist klein. Von Mai 2025 bis August 2026 betrug der größte Anstieg in einem Monat in der Reihe für 5 bis 10 Jahre 0,08 Prozentpunkte (April bis Mai 2026, von 3,66 % auf 3,74 %).

Was die Zahl misst

Die Metadaten der Bundesbank zur Reihe liefern die Definition. Diese Punkte zählen, wenn Sie die Zahl mit einem Angebot vergleichen:

  • Es ist eine Stichprobenerhebung (geschichtete Stichprobe), die im Euroraum einheitlich durchgeführt wird.
  • Es ist ein volumengewichteter Durchschnitt aller im Berichtsmonat neu abgeschlossenen Vereinbarungen, nicht des gesamten Bestands an laufenden Krediten.
  • Erfasst sind Wohnungsbaukredite an private Haushalte, besichert und unbesichert, für Erwerb, Bau und Modernisierung von Wohnraum, einschließlich Bausparkassendarlehen und Zwischenfinanzierungen.
  • Es ist ein Effektivzinssatz, aber einer, der nur die Zinszahlungen erfasst. Kosten für Anfragen, Verwaltung, Erstellung von Unterlagen, Garantien und Kreditversicherung sind nicht enthalten. Ein Disagio (Abschlag bei der Auszahlung) wird als Zins gezählt.

Ein Angebot, das Gebühren einschließt, ist daher mit dem Bundesbank-Wert nicht Zeile für Zeile vergleichbar. Fragen Sie den Kreditgeber, was seine Zahl enthält.

Die Zahl bei einem Kreditangebot nutzen

Stellen Sie jedem Angebot, das Sie mit dem Bundesbank-Wert vergleichen, drei Fragen. Erstens: Zu welcher Zinsbindungsklasse gehört es? Wer eine Zinsbindung von 15 Jahren mit der Reihe für 5 bis 10 Jahre vergleicht, vermischt Klassen. Zweitens: Enthält der genannte Zins Gebühren, oder nur Zinsen wie in der Statistik? Drittens: Gilt er für die gesamte Zinsbindung oder nur für einen Einführungszeitraum? Das Bürgerliche Gesetzbuch verlangt einen schriftlichen Vertrag mit den vorgeschriebenen Angaben (§ 492); der Vertrag selbst nennt also Zins und Bindung, und die Bundesbank-Reihe kann diesen Text nicht ersetzen.

Weiterverwendung und Revisionen

Die Bundesbank erklärt, dass öffentliche ESZB-Statistiken kostenlos weiterverwendet werden dürfen, sofern die Quelle genannt wird und die Statistiken einschließlich Metadaten nicht verändert werden. Sie weist außerdem darauf hin, dass das Recht nicht für Daten Dritter gilt und dass Statistiken revidiert werden können. Payotte gibt die Werte deshalb so wieder, wie sie veröffentlicht wurden, und nennt die Bundesbank als Quelle. Wenn Sie die Zahl selbst zitieren, nennen Sie Reihennummer und Monat.

Die Reihe lässt sich über die Statistik-API der Bundesbank als CSV abrufen (Header Accept: text/csv), zum Beispiel mit dem Reihenschlüssel BBIM1/M.DE.B.A2C.O.R.A.2250.EUR.N. Bei der Prüfung dieses Ratgebers am 19. Oktober 2026 war die jüngste Beobachtung August 2026.

Warum die Klasse für Ihren Vertrag zählt

Die Klasse ist die Sollzinsbindung, also die Festschreibung des Zinses. Sie bestimmt auch Ihre Ausstiegsrechte nach § 489 des Bürgerlichen Gesetzbuchs: Sie können am Ende der Bindung kündigen, in jedem Fall nach zehn Jahren, und bei variablem Zins jederzeit (siehe den Ratgeber zur Sollzinsbindung). Zur gesamten Funktionsweise eines Baudarlehens siehe den Ratgeber So funktioniert die Baufinanzierung.

Was es kostet

Die Bundesbank-Statistik ist kostenlos. Für Ihren eigenen Kredit hängen die tatsächlichen Kosten vom Angebot ab; die Ratgeber zur Grundschuld und zu den Kaufnebenkosten insgesamt zeigen die Gebührenposten, die zu den Zinsen hinzukommen. Um aus einem Zins eine Rate zu machen, nutzen Sie den Baufinanzierungsrechner.

An wen Sie sich wenden

Ein Baufinanzierungsvermittler vergleicht aktuelle Angebote, was der Bundesbank-Durchschnitt nicht leisten kann; siehe die Seite Baufinanzierungsvermittler. Vermittler von Immobiliardarlehen brauchen eine Erlaubnis nach § 34i der Gewerbeordnung, und im öffentlichen Vermittlerregister können Sie selbst nach ihnen suchen.

Häufige Fragen

Ist 3,81 % der Zins, den ich bekomme?

Nein. Es ist der volumengewichtete Durchschnitt für August 2026 über Kredite dieser Zinsbindungsklasse. Einzelne Angebote hängen von Kreditgeber, Kreditnehmer und Objekt ab.

Warum weicht die Bundesbank-Zahl von einem beworbenen Zins ab?

Die Bundesbank zählt nur Zinsen und mittelt über den ganzen Markt; eine Werbung zeigt den Zins eines Kreditgebers unter genannten Bedingungen.

Wie aktuell ist die Zahl?

Die jüngste Beobachtung bei dieser Prüfung war August 2026, gelesen am 19. Oktober 2026. Die Bundesbank kann sie revidieren.

Kann ich die Historie herunterladen?

Ja, die Statistik-API liefert die Monatsreihe bis 2003 zurück als CSV, unter den oben genannten Weiterverwendungsbedingungen.

Ändert sich der Zins je nach Bundesland?

Die Reihe ist bundesweit. Sie ist nicht nach Ländern aufgegliedert.

Allgemeine Informationen aus den amtlichen Quellen, die auf dieser Seite genannt und datiert sind. Dies ist keine Rechts-, Steuer- oder Finanzberatung: Fragen Sie für Ihre eigene Situation eine zugelassene Fachperson.

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Quellen

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